Die Geschichte des Vanilleanbaus – von Mexiko bis Madagaskar
Der Ursprung der Vanille
Die Vanille (Vanilla planifolia) stammt aus Mexiko. Schon die Totonaken und später die Azteken bauten sie an. Die Pflanze galt als heilig und diente zum Aromatisieren von Getränken, vor allem von Kakao, sowie bei rituellen Anlässen.
Der Weg nach Europa
Im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer die Vanille nach Europa, wo sie rasch beliebt wurde. Der Anbau außerhalb Mexikos blieb jedoch lange erfolglos: Die Pflanzen wuchsen und blühten zwar, trugen aber keine Früchte, weil ihr natürlicher Bestäuber, eine in Mexiko heimische Bienenart, anderswo fehlte.
Die Entdeckung der Handbestäubung
Den Durchbruch brachte das Jahr 1841. Auf der Insel Réunion, die damals Île Bourbon hieß, fand der erst zwölfjährige Edmond Albius eine einfache Methode, die Vanilleblüte von Hand zu bestäuben. Seine Technik wird bis heute angewendet und machte den Anbau überall dort möglich, wo das Klima passt. Vom früheren Namen der Insel stammt auch die Bezeichnung "Bourbon-Vanille".
Vanilleanbau auf Madagaskar
Nach der Entdeckung der Handbestäubung gelangte die Vanille im 19. Jahrhundert nach Madagaskar. Das feuchtwarme Klima und die fruchtbaren Böden boten ideale Bedingungen, und so entstanden vor allem in der Region Sava im Nordosten der Insel ausgedehnte Anbaugebiete.
Heute ist Madagaskar der größte Vanilleproduzent der Welt: Je nach Erntejahr stammt der überwiegende Teil der weltweiten Ernte von dort.
Anbau und Verarbeitung
Jede Vanilleblüte öffnet sich nur für einen einzigen Tag und muss an diesem Tag von Hand bestäubt werden, damit eine Schote entsteht.
Nach der Bestäubung reifen die Schoten acht bis neun Monate. Anschließend werden sie von Hand geerntet und durchlaufen ein aufwendiges Verfahren aus Fermentieren und Trocknen, das weitere Monate dauert. Erst dabei entwickeln sie ihre dunkle Farbe und ihr typisches Aroma.
Viele Schoten werden mit dem Zeichen der Farm markiert, damit ihre Herkunft nachvollziehbar bleibt.
Wirtschaftliche und soziale Bedeutung
Vanille gehört zu den wichtigsten Exportgütern Madagaskars und sichert das Einkommen vieler tausend Kleinbauern.
Die Preise auf dem Weltmarkt schwanken stark, was sich unmittelbar auf den Lebensstandard der Erzeuger auswirkt. Wegen ihres hohen Wertes wird Vanille zudem häufig gestohlen, weshalb viele Bauern ihre Felder vor der Ernte bewachen.
Vanille aus Madagaskar ist als "Bourbon-Vanille" bekannt und wird weltweit für ihre Qualität geschätzt.
Zusammenfassung
Die Vanille kam im 19. Jahrhundert nach Madagaskar, nachdem die Handbestäubung entdeckt worden war. Heute ist die Insel der größte Vanilleproduzent der Welt, und der Anbau dieser anspruchsvollen Pflanze hat für die Bevölkerung eine enorme wirtschaftliche und soziale Bedeutung.
Unsere Bourbon-Vanilleschoten importieren wir direkt aus Madagaskar. Preise und Bestellung finden Sie in unserem WebShop.
